| Wellness aus Fernost - Mirko Wagner |
Wellness aus Fernost – Wellness-Einrichtungen attraktiver gestalten
Wesentliche Punkte für die Betreiber von Wellness-Einrichtungen sowie sind heutzutage Kundenzufriedenheit und Kundenbindung, wobei das Erstere das Zweite bedingt. Gerade in Zeiten unzähliger Konkurrenzangebote auf dem Wellness- und Freizeitsektor sowie dem Trend zu Individualsportarten haben es die Fitness-Studios schwer. Um die genannten Ziele zu erreichen, ist eine eindeutige Profilierung und Abgrenzung gegenüber den internen und externen Konkurrenten notwendig. Zur Vermeidung einer Austauschbarkeit setzen die Betreiber deswegen vermehrt auf architektonische Kunstgriffe der Raumausstattung und Erweiterung des Kursangebotes. Ein vielfältiges Angebot soll den Besuch im Fitness-Center zum Erlebnis machen. So wird ein Erlebnisweltfaktor geschaffen, der dem ganzheitlichen Ansatz - also der Ansprache von Körper, Geist und Seele - entspricht.
Freizeitverhalten und - umstände haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Soziologische Untersuchen zeigen, dass Freizeit nicht mehr als soziales Privileg, das nur wenigen Menschen offen steht, betrachtet wird, sondern einen kulturellen Wert besitzt, der sich auf persönlicher Ebene manifestiert. Sinkende Wochenarbeitszeiten, der Trend zum kostenintensiven Erlebniskonsum sowie der steigende Qualitätsanspruch mit zunehmendem Einkommen zeigen, dass ein Umdenken beim Betrieb von Wellness-Centern nötig ist.
So sorgen Einwanderung und Akkulturation (Übernahme und Akzeptanz fremder kultureller Wertvorstellungen und Philosophien) auf gedanklicher Ebene für eine gesellschaftliche Akzeptanz fremdländischer Motive, die immer häufiger auf dem Wellnessmarkt zu finden sind. In diesem Zusammenhang sind auch die fernöstlichen Methoden zu sehen. Die Erfolge von Anwendungen und Praktiken wie Yoga, Feng Shui oder Akkupressur können insofern vom Fitnessmarkt adaptiert werden.
Im Wellness- und Fitnessbereich gibt es zur Zeit - grob gesagt - zwei Orientierungen: die erste in Richtung "Body and Mind", d.h., dass immer mehr Menschen auch kognitiv, und nicht nur körperlich angesprochen werden möchten und auf Ästhetik mehr Wert legen als früher. Relevante Stichworte sind diesbezüglich geistige Fitness, kognitive Lerneffekte und die Entwicklung einer eigenen Freizeitpersönlichkeit durch die Nutzung alternativer "Fitness-Angebote". Eine weitere Tendenz liegt in der Hinwendung zu "Low Energy"-Aktivitäten, die bewusster ausgeführt werden und den Entspannungsgrad erhöhen. Beispielsweise bietet Yoga als fernöstliche Entspannungsmethode diese Verbindung zwischen Körper und Geist. Feng Shui dagegen begreift Gesundheit als energetischen Gleichgewichtszustand von Yin und Yang und beschreibt den Umgang mit Energie (Chi) in Räumen, Wohnungen, Geschäften, Häusern sowie Gärten und Landschaften. Diese wirkt sich dann positiv auf das körperliche und seelische Wohlbefinden aus. Für Anwendungen wie Shiatsu-Therapie, Thai- und Tuina-Massage sowie Akupressur sind räumlich abgetrennte Bereiche notwendig, die den Fitnesseinrichtungen bestimmte Raumlösungen (modulare Raumtrenner; aussagekräftige, subtile Bilder; Platzierung von Spiegeln) in verlangen.
Wellness und Fitness sind Bereiche, deren Affinität stetig zunimmt. Gesundheit ganzheitlich als Komposition aus den Faktoren Entspannung, Schönheit, Bewegung und Ernährung zu begreifen, ist für den Fitnesssektor das Gebot der Stunde. Um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, können z.B. die Schröpfmassage, Jodsalzpeeling oder eine Studioküche offeriert werden, die zum Selberkochen animiert und zusätzlich für Kochkurse genutzt werden kann. So wird der Besuch im Wellness-Hotel zum gesellschaftlichen Event.
Das Angebot solcher Komplementärprodukte und die Durchführung von Diversifikationsmaßnahmen sorgen nicht nur für eine Umsatzsteigerung. Die Möglichkeiten für Beratungs- und Verkaufsgespräche werden erweitert, die Raumlösungen sorgen für eine verkaufsförderliche Umgebung. Zusätzlich wird die Kundenbindung erhöht und führt letztlich zur Rekrutierung neuer Zielgruppen. Insbesondere ist die +50-Generation interessant, die durch ein generelles Interesse an Entspannung und Erholung und die notwendige Liquidität gekennzeichnet ist. Duftbrunnen, Blumen und Pflanzen u.ä. erzeugen beispielsweise ein Ambiente, das besonders Frauen anspricht, die als Zielgruppe lange Zeit von vielen Fitnesseinrichtungen vernachlässigt wurde. Angebot und Innenausstattung sollten im Einklang stehen und insgesamt eine "energetisch" harmonische Einheit bilden. Mit Hilfe von leicht auf- und abbaubaren, variablen Modulen kann sich der Betreiber je nach Kundenwunsch oder Kursauslastung räumlich auf die jeweilige Geschäftssituation einstellen.
Wellness aus Fernost ist für die Betreiber von Fitness-Studios
oder Wellness-Hotels eine interessante und aus den oben gegebenen Gründen
sinnvolle Maßnahme zu mehr Geschäftserfolg. Eine Erweiterung der
Geschäftsbereiche mit einem entsprechenden Kursangebot in professionell
gestalteter Atmosphäre bietet zusätzlich zu den konventionellen Angeboten
Abwechslung und zeigt zudem eine zeitgemäße und innovative Unternehmensausrichtung
in einer Branche, deren Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist.
Quelle: PhysioWelt Hennef
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