75jähriges Jubiläum der Lola Rogge Schule
Als die neunzehnjährige Lola Rogge im Jahre 1927 die „Altonaer Laban-Schule Lola Rogge“ gründete, ahnte sie wohl nicht, dass daraus die heutige Lola Rogge Schule mit ihren verschiedenen Zweigen und einer Schar von über 30 MitarbeiterInnen erwachsen würde.
Auch konnte sie nicht vorhersehen, dass ihr Werk in der nächsten Generation weitergeführt
würde und die großartige Idee ihres weltberühmten Lehrers Rudolf von Laban „Jeder Mensch
ist ein Tänzer“ bis heute die Lola Rogge Schule durchdringt.
Diese Idee war bahnbrechend für den Laientanz , weil sie dem Einzelnen zutraut, sich aus seinem natürlichen Bewegen heraus zu künstlerischem, gemeinschaftlichem Tanz tragen zu lassen.
Notwendig dazu ist ein begabter Pädagoge oder Tanzleiter, der diese Kräfte zu wecken versteht und sie im besten Sinne fördert. Dazu gehört der Verzicht auf Leistungsdruck und zugleich der Anspruch, dass nur mit Hingabe und Konzentration Tanz erfüllt werden kann. Mit heutiger „Fitness“ ist diesem Anspruch nicht gerecht zu werden, aber eben auch nicht mit irgendeiner anderen schematisierten Körperschulung.
Bis heute bilden die Gruppenzusammensetzung, der Raum, die Musik, die Verfassung der Einzelnen und das immer neu entwickelte, den Körper in seiner Ganzheit fordernde Training und Tanzthema eine Einheit, die in der Unterrichtsstunde erwächst, ganz gleich, ob es sich um modernen, klassischen oder Kindertanz handelt.
Zur Leitung solcher Unterrichtsstunden gehört eine umfassende Ausbildung, wie sie die Lola Rogge Schule bietet. Nach einer Ausbildungszeit von drei Jahren werden die angehenden LehrerInnen in zehn Fächern geprüft, praktisch wie theoretisch. Staatlich geprüfte LehrerInnen für Tanz und Tänzerische Gymnastik gehen aus dieser Ausbildung hervor. Sie tragen das Roggesche Erbe, sich nicht nur mit der äußerlichen Bewegung zu begnügen, weiter.
Als Lola Rogge 1977 ihrer Tochter Christiane Meyer-Rogge-Turner die Leitung der Lola Rogge Schule übergab,hatte sich der Generationswechsel bereits sanft vollzogen. Klarere
Schulstrukturen zu schaffen, war ihr Hauptanliegen. Künstlerisch ist ihre Experimentierfreude
bis zum heutigen Tage unerschüttert.
Gerade probt sie für die Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten. Am Freitag, d.23.August zeigt sie um 20:00 Uhr eine Tanzperformance mit zwölf TänzerInnen auf einem Gerüst im Hirschpark. Titel ist „Oben und Unten“, Anlass ist das Baujahr des Hirschparkhauses 1789. Hier befindet sich die Lola Rogge Schule seit 30 Jahren.
Der Wechsel aus dem 63 Jahre lang der Lola Rogge Schule dienenden Gebäude in der Tesdorpfstrasse wurde im Februar dieses Jahres vollzogen. Aus einer alten Maschinenfabrik
In Hohenfelde entstand eine attraktive Schule für Tanz und Performance, so genannt, weil es seit Jahresbeginn eine Zusatzqualifikation in Tanz Schauspiel Performance in der Lola Rogge Schule gibt: YOP Year of Performance. Hier kann man sich zum Community Performance Teacher zusatzausbilden lassen. Außerdem gibt es ein Pilatesstudio.
In dieser neuen Lola Rogge Schule im Kiebitzhof, Landwehr 11-13, wird das 75jährige Jubiläum am Wochenende 24./25. August weitergefeiert. Am Sonnabend gibt es Tanzprogramme von 12 bis 22 Uhr (pro 70min. Programm wird um €5/erm.€3 gebeten).Um 15 bis 15:30 Uhr stellt sich die neue YOP-Performance-Klasse vor (Eintritt frei, Platzreservierung erbeten)
Am Sonntag wird es um 12:00 Uhr ein Round Table- Gespräch mit ehemaligen Absolventen der Lola Rogge Schule geben. Die Leitung hat Dagmar Fischer, Tanzjournalistin.(Eintritt frei, Platzreservierung erbeten)
Am Sonntag geht es dann um 15 Uhr weiter mit einem Einblick in die Tanzarbeit mit Kindern.(Eintritt frei, Platzreservierung erbeten)
Eine WOCHE DER OFFENEN TÜR in der neuen Schule im Kiebitzhof schließt sich an, denn nicht zu vergessen: am Nachmittag und Abend beherrschen Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Schulbild, die aus Spaß an der Sache Tanz , Bewegung oder Performance in die Lola Rogge Schule kommen, so, wie es sich Lola Rogge im Jahre 1927 schon vorgestellt hatte. Da mal hineinzuschnuppern wird dann Gelegenheit gegeben.