Aktiv Verantwortung für sein
Herz übernehmen
Aachen - Für Herzpatienten sind eine nachhaltige Änderung ihrer Lebensgewohnheiten und eine konsequente Umstellung ihres Lebensstils sehr wichtig. Das reicht von moderatem Ausdauertraining über gesunde Ernährung bis hin zum richtigen Umgang mit Stress und Entspannung. Die Arbeitsgemeinschaft Herzgruppen Karlsruhe e.V. hat ein neues Konzept entwickelt, die "Neue Herzgruppe". Sie will Betroffene zu eigener Aktivität motivieren. Den ganzheitlichen Ansatz dieser Therapie stellt Hans-Dieter Kempf in seinem Seminar "Neue Herzgruppe" auf dem 1. physiokongress vor, der vom Georg Thieme Verlag veranstaltet wird. Vom 5. bis 7. Mai haben Physiotherapeuten erstmals die Möglichkeit, sich im Eurogress Aachen zu informieren und auszutauschen.
Untersuchungen zeigen, dass Teilnehmer an Herzsportgruppen günstigere Befunde aufweisen als Nichtteilnehmer. Dennoch schließen sich nach der Rehabilitation lediglich 20 bis 30 Prozent einer ambulanten Herzgruppe an, von denen zwischen 30 und 50 Prozent innerhalb der ersten sechs Monate die Gruppe bereits wieder verlassen. "Herzsportgruppen müssen neue Wege gehen, da die Krankenkassen die Förderung auf 90 Übungseinheiten limitiert haben", begründet Hans-Dieter Kempf das Konzept der "Neuen Herzgruppe". "Ingesamt soll das Programm die Patienten motivieren, auch nach Ablauf der Förderung selbständig und eigenverantwortlich aktiv zu bleiben." Auf dem physiokongress präsentiert Kempf in einem Seminar die Ziele, Inhalte und Methoden der "Neuen Herzgruppe" in Theorie und Praxis und berichtet über bisherige Erfahrungen.
Einmal pro Woche 60 Minuten Gruppentraining, durchgeführt von einem Sporttherapeuten und Arzt, ein wöchentlicher Walk- oder Lauftreff sowie selbstständiges Heimtraining gehören zum Programm des Patienten. Seine durchgeführten Trainingseinheiten dokumentiert er selbst in einem Herz- und Bewegungstagebuch. In Vorträgen und Gesprächen erhält er praxisbegleitende Informationen zu den Themen Medizin, Sporttherapie, Psychologie und Ernährung. Auf diese Weise trägt der Patient selbstbestimmt und eigenverantwortlich zur Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung seiner Gesundheit bei. Dabei wirken die Freude am Tun und eine positive innere Einstellung motivationssteigernd. Sie begünstigen den Abbau von Ängsten und die Stärkung des Selbstbewusstseins. Dieses ganzheitliche, biopsychosoziale Modell hilft dem Herzpatienten, Risikofaktoren zu vermeiden, Schutzfaktoren aufzubauen und zukünftig ein erfüllteres Leben zu führen.
TERMINHINWEIS
physiokongress
Eurogress Aachen
Seminar: "Neue Herzgruppe"
Referent: Hans-Dieter Kempf
Freitag, 06.05.2005, 16.30 bis 18.00 Uhr
Pressekontakt:
Pressestelle "physiokongress"
Georg Thieme Verlag
Bettina Mack
Rüdigerstr. 14
70469 Stuttgart
Tel 0711 89 31 488
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Internet: www.physiokongress.de